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Teil von Zerspanung: Drehen, Fräsen, Bohren und Schleifen

Was kostet die Zerspanung von Edelstahl pro Bauteil?

Kosten Zerspanung Edelstahl pro Bauteil: Beispielrechnung mit 25 € pro Wendeschneidplatte, 60 €/h Maschinenstundensatz, 15 min Rüstzeit und 5 €/kg für 1.4301.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Werkzeugkosten: Wendeschneidplatten für Edelstahl kosten meist 15 € bis 35 € pro Schneidkante, als Rechenwert dienen oft 25 €.
  • Maschinenstundensatz: Für CNC-Dreh- und Fräsmaschinen kalkulieren viele Betriebe mit 60 €/h.
  • Rüstzeit: 15 min Rüsten entsprechen bei 60 €/h rund 15 € pro Auftrag.
  • Material: Edelstahl 1.4301 kostet als Halbzeug häufig rund 5 €/kg, ein 2-kg-Rohteil also etwa 10 €.
  • Ergebnis: Ein einfaches Drehteil liegt damit bei rund 20 € bis 25 € pro Stück.

Was den Stückpreis bestimmt

Der Preis pro Bauteil entsteht aus vier Blöcken: Material, Maschinenzeit, Werkzeug und Rüstzeit. Dazu kommen Gemeinkosten und Gewinnaufschlag. Wer die vier Blöcke getrennt erfasst, sieht sofort, welcher Anteil den Preis treibt.

Bei Edelstahl entscheidet die Zerspanbarkeit. Austenitische Sorten wie 1.4301 und 1.4571 härten an der Oberfläche aus und führen Wärme schlecht ab. Das verkürzt Standzeiten und erhöht den Werkzeuganteil deutlich gegenüber Baustahl.

Der Maschinenstundensatz ist der größte Hebel. 60 €/h gelten als Orientierung für eine ausgelastete CNC-Drehmaschine. Darin stecken Abschreibung, Raumkosten, Energie und Bedienung. Bei Bearbeitungszentren mit Palettenwechsler sind 80 €/h und mehr üblich.

Die Rüstzeit fällt pro Auftrag an, nicht pro Teil. 15 min Rüsten kosten bei 60 €/h rund 15 €. Bei 100 Teilen sind das 0,15 € pro Stück, bei 10 Teilen bereits 1,50 €.

Für das Angebot werden Material, Hauptzeit, Rüstzeit, Werkzeug und Gemeinkosten getrennt ausgewiesen. So bleibt jede Position nachvollziehbar, und Nachträge bei geänderten Zeichnungen lassen sich belegen.

Beispielrechnung für ein Drehteil aus 1.4301

  1. Materialkosten: 2 kg Rohteil zu 5 €/kg ergeben 10 € pro Teil.
  2. Hauptzeit: 8 min Bearbeitung bei 60 €/h Maschinenstundensatz ergeben 8 € pro Teil.
  3. Werkzeugkosten: Eine Wendeschneidplatte für 25 € hält über 10 Teile, das sind 2,50 € pro Teil.
  4. Rüstkosten: 15 min Rüsten entsprechen 15 €, bei 100 Teilen also 0,15 € pro Teil.
  5. Summe: 10 € plus 8 € plus 2,50 € plus 0,15 € ergibt 20,65 € pro Stück.

Fertigungsgemeinkosten von 20 bis 30 Prozent und ein Gewinnaufschlag kommen hinzu. Für den Einkauf ist die offene Kalkulation die Grundlage jeder Verhandlung über Losgröße, Werkzeugkonzept und Liefertermin.

Alle genannten Beträge sind Nettowerte ohne Umsatzsteuer.

Werkzeugkosten und Standzeiten richtig ansetzen

Die Werkzeugkosten hängen an der Standzeit, nicht am Listenpreis allein. Eine teure Platte mit stabiler Schneidkante kann pro Teil günstiger sein als eine billige Sorte, die nach wenigen Minuten verschleißt.

Für Edelstahl liefert Sandvik Coromant Schnittdaten und Werkzeugempfehlungen, mit denen sich Vorschub und Schnittgeschwindigkeit belastbar festlegen lassen. Auch die Zerspanungswerkzeuge von Kennametal decken das Spektrum von Drehen bis Fräsen ab.

Werkzeugkosten pro Teil ergeben sich aus Plattenpreis geteilt durch die Teile je Schneidkante. Bei 25 € und 10 Teilen sind es 2,50 €, bei nur 4 Teilen 6,25 €.

Standzeiten schwanken stark. In 1.4301 halten Wendeschneidplatten oft 10 bis 20 min, in 1.4571 weniger. Jeder Betrieb sollte die eigenen Werte messen und in die Kalkulation übernehmen.

Rüstzeit lässt sich senken. Wechselzeughalter, voreingestellte Werkzeuge und Nullpunktspannsysteme bringen 5 bis 10 min statt 15 min. Bei kleinen Losen wirkt das stärker als jede Schnittwertoptimierung.

Maschinenstundensatz realistisch ermitteln

Der Stundensatz besteht aus Abschreibung, Zinsen, Raumkosten, Energie, Instandhaltung und Bedienung. Eine Drehmaschine für 120.000 €, abgeschrieben über acht Jahre bei 1.800 Nutzungsstunden pro Jahr, kostet allein 8,33 € pro Stunde an Abschreibung.

Raum, Energie, Wartung und Werkzeug kommen hinzu. Auf 60 €/h kommt ein Betrieb, wenn diese Blöcke und die Bedienung eingerechnet sind. Wer seinen Satz kennt, rechnet Angebote in Minuten statt aus dem Gefühl.

Materialkosten und Einkauf

Edelstahl 1.4301 wird als Stabstahl, Rohr oder Blech gehandelt. Der Preis schwankt mit den Legierungszuschlägen für Nickel und Molybdän. Für die Kalkulation zählt der Tagespreis des Händlers.

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Produktions- und Umsatzdaten des Verarbeitenden Gewerbes. Diese Reihen helfen, Preisbewegungen bei Metallhalbzeugen einzuordnen und Angebote zu plausibilisieren.

Als Praxiswert gilt 5 €/kg für 1.4301 in üblicher Stabware. Bei 2 kg Einsatzgewicht sind das 10 € pro Teil. Ein optimierter Zuschnitt senkt den Verschnitt und damit den Materialanteil.

Wo sich Kosten senken lassen

Fünf Stellschrauben wirken direkt auf den Stückpreis:

  • Losgröße bündeln: Rüstkosten verteilen sich auf mehr Teile.
  • Schnittwerte anpassen: Höherer Vorschub verkürzt die Hauptzeit, solange die Standzeit hält.
  • Werkzeugkonzept prüfen: Beschichtete Sorten halten bei Edelstahl länger.
  • Verschnitt senken: Ein optimierter Zuschnitt spart Material.
  • Aufspannungen reduzieren: Jede zusätzliche Spannung kostet Zeit.

Wichtig bleibt die Nachkalkulation. Wer nach jedem Auftrag Ist-Zeiten und Werkzeugverbrauch erfasst, kennt seinen echten Stundensatz. Abweichungen von mehr als 10 Prozent zeigen, wo der Ansatz falsch war.

Häufige Fragen

Was kostet die Zerspanung von Edelstahl pro Stunde?

Der Maschinenstundensatz liegt je nach Maschine zwischen 50 €/h und 90 €/h. Darin stecken Abschreibung, Raum, Energie, Werkzeug und Bedienung. Für das Angebot wird dieser Satz mit der Hauptzeit multipliziert.

Wie hoch ist der Werkzeuganteil pro Bauteil?

Er liegt meist zwischen 1 € und 8 € pro Teil. Bei 25 € pro Wendeschneidplatte und 10 Teilen je Schneidkante sind es 2,50 €. Kleine Bauteile mit vielen Werkzeugwechseln kosten mehr.

Warum ist 1.4301 teurer zu zerspanen als Baustahl?

Der Werkstoff verfestigt an der Schnittstelle und leitet Wärme schlecht ab. Die Folge sind kürzere Standzeiten und niedrigere Schnittgeschwindigkeiten. Beides erhöht die Kosten pro Teil.

Ab welcher Losgröße lohnt sich das Rüsten?

Bei 15 min Rüstzeit und 60 €/h sinkt der Rüstanteil unter 1 € pro Teil, sobald die Losgröße über 15 Stück liegt. Darunter schlägt das Rüsten voll auf den Stückpreis durch.

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