Metallhandel

Teil von Metallhalbzeuge vergleichen: Stahl oder Aluminium für den Maschinenbau

Kosten für Metallhalbzeuge: Preisaufschläge für Legierungen

Kosten für Metallhalbzeuge kalkulieren: Preisaufschläge für Edelstahl 1.4301, Aluminium 3.3547 und Kupfer mit Werten pro Kilogramm, LME-Basis und Rechenbeispiel.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Preisaufschläge für Legierungen werden pro Kilogramm oder als Zuschlag auf die LME-Notierung gerechnet.
  • Für Edelstahl 1.4301 liegt der Legierungszuschlag als Richtwert bei rund 2,50 €/kg über dem Basispreis.
  • Für Aluminium 3.3547 nennt der Handel rund 1,80 €/kg Aufschlag auf den Grundpreis.
  • Kupfer wird auf Basis der LME notiert, hinzu kommen rund 500 €/t Aufschlag.
  • Alle Beträge sind Nettowerte ohne Umsatzsteuer und gelten für einen begrenzten Zeitraum.

Wie sich der Preis eines Halbzeugs zusammensetzt

Der Preis eines Metallhalbzeugs besteht aus vier Bausteinen: Basispreis, Legierungszuschlag, Bearbeitungsaufschlag und Logistikkosten. Der Basispreis gilt für eine Standardgüte und eine definierte Abmessung. Der Legierungszuschlag deckt die teuren Bestandteile Nickel, Chrom, Molybdän und Kupfer ab. Mengen, Zuschnitt und Lieferort bestimmen die restlichen Aufschläge.

Händler nennen die Aufschläge in Euro pro Kilogramm oder in Euro pro Tonne. Bei Kupfer und Aluminium ist die Tonne die übliche Recheneinheit, bei Edelstahl das Kilogramm. Der ausgewiesene Aufschlag bezieht sich immer auf den Grundpreis der jeweiligen Güte.

Der Aufschlag gilt immer für einen Zeitraum. Viele Lieferanten legen ihn monatlich fest, andere täglich. Für die Kalkulation zählt der Liefermonat, nicht das Bestelldatum.

Manche Lieferanten nennen den Aufschlag Werkstoffzuschlag, andere Legierungszuschlag oder Teuerungszuschlag. Gemeint ist derselbe Bestandteil, nämlich der Anteil, der nicht auf den Basispreis entfällt.

Preisaufschläge für Legierungen im Vergleich

Werkstoff Grundpreis-Basis Aufschlag (Richtwert, netto) Einheit
Edelstahl 1.4301 Basispreis des Händlers 2,50 €/kg pro Kilogramm
Aluminium 3.3547 Aluminium-Grundpreis 1,80 €/kg pro Kilogramm
Kupfer (Cu-ETP) LME-Kassapreis 500 €/t pro Tonne
Baustahl S235JR Walzwerkspreis kein Legierungszuschlag pro Tonne

Die Beispielwerkstoffe unterscheiden sich deutlich. Edelstahl 1.4301 trägt mit rund 2,50 €/kg den höchsten Aufschlag pro Kilogramm, weil Nickel und Chrom den Preis treiben. Aluminium 3.3547, eine Aluminium-Magnesium-Legierung, liegt mit rund 1,80 €/kg darunter. Kupfer folgt der Börsennotierung und trägt rund 500 €/t Aufschlag.

Baustahl ohne Legierungsbestandteile kennt keinen eigenen Legierungszuschlag. Seine Kosten folgen dem Walzwerkspreis und den Frachtkosten. Wer legierte und unlegierte Halbzeuge vergleicht, sollte den Basispreis immer getrennt ausweisen.

Im Edelstahlbereich kommen die Halbzeuge teils von europäischen Herstellern, teils aus Importen. Die Lieferkette beeinflusst den Aufschlag, weil Fracht, Zoll und Lagerhaltung eingerechnet werden.

Rechenbeispiel: 500 Kilogramm Edelstahlblech 1.4301

Ein Betrieb kauft 500 Kilogramm Blech aus 1.4301 in zwei Millimeter Dicke. Der Basispreis beträgt 2,20 €/kg netto, der Legierungszuschlag 2,50 €/kg. Daraus ergibt sich ein Netto-Warenwert von 500 × 4,70 €/kg = 2.350,00 €.

Hinzu kommen 120,00 € für den Zuschnitt und 85,00 € Fracht. Die Summe liegt bei 2.555,00 € netto. Mit 19 Prozent Umsatzsteuer ergibt das 3.040,45 € brutto.

Steigt der Legierungszuschlag um 0,30 €/kg, verteuert sich die Bestellung um 150,00 € netto. Bei dieser Abrufmenge wirkt jede Änderung des Zuschlags mit dem Faktor 500. Einkäufer können den Wert direkt in ihre Kalkulation übernehmen.

Für Aluminium 3.3547 lautet die Rechnung bei gleicher Menge: 500 kg × (2,05 €/kg + 1,80 €/kg) = 1.925,00 € netto vor Zuschnitt. Der Aufschlag macht hier rund 47 Prozent des Warenwerts aus.

Woher die Referenzpreise kommen

Für Kupfer, Aluminium, Nickel und Zink liefert die London Metal Exchange (LME) täglich Kassapreise. Der Handel leitet daraus seine Tagespreise ab und setzt den eigenen Aufschlag darauf. Als Verbandsquelle für Preise im Stahlhandel ziehen Betriebe den Bundesverband Deutscher Stahlhandel (BDS) heran.

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Produktions- und Umsatzdaten des Verarbeitenden Gewerbes, mit denen sich Halbzeugpreise einordnen lassen. Auf EU-Ebene bündelt Eurostat Daten zu Metallhandel und Lieferketten.

Rohstoffpolitische Rahmenbedingungen wie Versorgungssicherheit und Zollfragen beschreibt das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz in seinen Angaben zur Rohstoffversorgung. Angebot und Lieferzeiten für Edelstahlhalbzeuge hängen auch von Anbietern wie Outokumpu ab.

Was den Aufschlag zusätzlich treibt

Neben der Legierung wirken Energie, Prüfaufwand, Rüstzeiten und Fracht auf den Preis. Kleine Abrufmengen verteuern das Kilogramm, weil Rüstzeiten und Prüfaufwand auf weniger Masse verteilt werden.

Werkzeugkosten und Losgrößen wirken stark: Ein Zuschnitt für 50 Kilogramm verursacht fast denselben Rüstaufwand wie für 2.000 Kilogramm. Zertifikate nach EN 10204 in der Ausführung 3.1 kosten zusätzlich, weil Proben geprüft werden.

Ein weiterer Posten ist die Lagerhaltung. Wer seltene Abmessungen vorhält, rechnet Kapitalbindung und Lagerkosten in den Aufschlag ein.

Häufige Fragen

Was ist ein Legierungszuschlag?

Der Legierungszuschlag ist der Aufpreis für die Legierungsbestandteile eines Werkstoffs. Er wird getrennt vom Basispreis ausgewiesen und folgt den Notierungen für Nickel, Chrom, Molybdän und Kupfer. Bei Edelstahl 1.4301 liegt er als Richtwert bei rund 2,50 €/kg.

Warum ändert sich der Kupferaufschlag so oft?

Kupfer wird an der LME börslich gehandelt, der Grundpreis ändert sich deshalb täglich. Der Aufschlag von rund 500 €/t deckt Raffination, Formgebung und Lieferung und wird bei Vertragsverhandlungen neu festgelegt.

Rechnen Händler den Aufschlag pro Kilogramm oder pro Tonne?

Beide Varianten sind üblich. Edelstahl und Aluminium werden meist pro Kilogramm kalkuliert, Kupfer und Baustahl pro Tonne. Für den Vergleich rechnen Einkäufer die Werte auf eine Einheit um: 1.000 Kilogramm entsprechen einer Tonne.

Sind die Aufschläge netto oder brutto?

Die genannten Werte sind Nettowerte ohne Umsatzsteuer. Auf den Endpreis kommt die Umsatzsteuer von 19 Prozent. Für Ausfuhrlieferungen gelten die Regelungen des Umsatzsteuergesetzes.

Warum sinkt der Aufschlag pro Kilogramm bei großen Mengen?

Weil Rüstkosten, Prüfaufwand und Fracht auf mehr Kilogramm verteilt werden. Ein Zuschnitt für 50 Kilogramm verursacht ähnlich viel Aufwand wie für 2.000 Kilogramm. Größere Abrufmengen senken deshalb den Aufschlag je Kilogramm.

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