Metallhandel

Teil von Metallhalbzeuge vergleichen: Stahl oder Aluminium für den Maschinenbau

3 Wege zur Beschaffung von Metallhalbzeugen im Großhandel

Metallhalbzeuge Beschaffung: Direktkauf, Rahmenvertrag und LME-Kauf im Vergleich. Kriterien, Beispielpreise pro Tonne und Preisbindung für Einkäufer.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Direktkauf beim Hersteller: niedrigster Tonnenpreis, hohe Mindestabnahme, lange Lieferzeit.
  • Rahmenvertrag mit dem Händler: planbare Termine, kleine Losgrößen, Aufschlag auf den Werkpreis.
  • Börsenkauf über die LME: tagesaktueller Preis für Nichteisenmetalle in Normgrößen.
  • Prüfen Sie Mindestabnahme, Lieferzeit und Preisbindung getrennt, nicht im Paket.
  • Ein Rechenbeispiel pro Tonne zeigt, welcher Weg die geringsten Gesamtkosten verursacht.

Weg 1: Direktkauf beim Hersteller

Beim Direktkauf ordern Sie Halbzeuge unmittelbar beim Walzwerk oder Strangpresswerk. Anbieter wie thyssenkrupp liefern Warmband, Kaltband und Profilstahl ab Werk. Die Mindestabnahme richtet sich nach der Charge, häufig sind es mehrere Tonnen je Sorte und Abmessung.

Der Tonnenpreis liegt unter dem Händlerniveau, weil Zwischenlager und Umlauf keine Marge kosten. Dafür binden Sie Kapital und Lagerfläche. Lieferzeiten für Walzstahl bewegen sich oft zwischen vier und zwölf Wochen, abhängig von Legierung und Walzprogramm.

Die Preisbindung endet mit der Auftragsbestätigung. Legierungs-, Energie- und Frachtzuschläge werden danach getrennt abgerechnet. Energie- und Zuschlagsregeln folgen auch dem industriepolitischen Rahmen der EU; die Kurzdarstellungen des Europäischen Parlaments zu Wirtschaft, Transformation und Industrie bündeln diese Vorgaben. Für gleichbleibend hohen Bedarf ist der Direktkauf die günstigste Option, für Einzelstücke und seltene Sorten ungeeignet.

Weg 2: Rahmenvertrag mit einem Händler

Herstellerunabhängige Händler wie Klöckner & Co bündeln Bedarf aus mehreren Werken. Im Rahmenvertrag vereinbaren Sie eine Abrufmenge über einen festen Zeitraum, meist zwölf Monate, dazu Toleranzen, Lieferfenster und Preise.

Drei Punkte gehören in jede Verhandlung: Mindestabnahme, Lieferzeit und Preisbindung. Üblich ist eine Grundpreisbindung mit Gleitklausel für Legierungszuschläge. Fragen Sie nach der Reaktionszeit für Lagerware und nach Fristen für Sonderabmessungen.

Sie zahlen einen Aufschlag gegenüber dem Werk, erhalten dafür kurze Lieferzeiten und kleine Losgrößen. Für Betriebe mit schwankendem Bedarf senkt das die Lagerkosten. Wie sich Erzeugerpreise und Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe entwickeln, zeigt die laufende Statistik: Die Produktions- und Umsatzdaten des Verarbeitenden Gewerbes beim Statistischen Bundesamt helfen bei der Kalkulation.

Weg 3: Kauf über die Metallbörse

Die London Metal Exchange (LME) handelt standardisierte Nichteisenmetalle: Aluminium, Kupfer, Zink, Nickel, Blei und Zinn. Ein Kontrakt umfasst 25 Tonnen, etwa bei Aluminium und Kupfer. Direkt handeln können nur Börsenmitglieder.

Für Metallverarbeiter läuft der Zugang über Broker oder Händler, die den Börsenpreis plus Prämie weitergeben. Der Börsenpreis ist ein Tagespreis und ändert sich fortlaufend. Eine Preisbindung entsteht nur, wenn Sie den Kontrakt kaufen oder eine Absicherung vereinbaren.

Mindestmengen richten sich nach Kontraktgröße und Lagerhaus. Die physische Auslieferung erfolgt aus zugelassenen Lagerhäusern, in Europa etwa Rotterdam. Für Stahlhalbzeuge gibt es Börsenkontrakte mit deutlich geringerer Liquidität, deshalb bleibt hier der Händler der übliche Weg. Wie die EU Versorgung und Handel mit Rohstoffen rahmt, ordnet die Übersicht der Europäischen Kommission zu Rohstoffen ein.

Die drei Wege im Vergleich

Kriterium Direktkauf Rahmenvertrag Börsenkauf
Mindestabnahme Walzcharge, oft mehrere Tonnen vertraglich fixierte Abrufmenge Kontraktgröße, zum Beispiel 25 Tonnen
Lieferzeit vier bis zwölf Wochen zwei bis zehn Tage für Lagerware Tage bis Wochen ab Lagerhaus
Preisbindung bis zur Auftragsbestätigung Grundpreis mit Gleitklausel nur bei gekauftem Kontrakt
Preisniveau niedrigster Tonnenpreis Werkpreis plus Aufschlag Börsenpreis plus Prämie
Geeignet für hohen Dauerbedarf schwankenden Bedarf Nichteisenmetalle in Normgrößen

Beispielrechnung pro Tonne

Die folgende Rechnung ist eine Annahme, kein Tagespreis. Setzen Sie für Aluminiumblech einen Börsenpreis von 2.400 Euro pro Tonne an. Der Händler verlangt 250 Euro Prämie, 60 Euro Zuschnitt und 80 Euro Fracht, zusammen 2.790 Euro netto pro Tonne.

Beim Rahmenvertrag mit 48-Stunden-Lieferung aus dem Lager steigen die Kosten um 120 Euro auf 2.910 Euro. Beim Direktkauf sinkt der Aufschlag, dafür kommen Lagerkosten und Kapitalbindung hinzu. Für Baustahl S235JR setzen Sie als eigenen Richtwert 800 Euro pro Tonne an. Bei 20 Tonnen Monatsbedarf entspricht ein Aufschlag von 50 Euro pro Tonne 1.000 Euro im Monat.

Zu allen Beträgen kommt die Umsatzsteuer von 19 Prozent. Prüfen Sie zusätzlich, ob Ihr Händler Preisgleitklauseln an Erzeugerpreisindizes koppelt.

Häufige Fragen

Ab welcher Menge lohnt sich der Direktkauf?

Sobald Ihr Jahresbedarf eine Walzcharge erreicht, sinkt der Tonnenpreis unter das Händlerniveau. Rechnen Sie Lagerkosten und Kapitalbindung dagegen.

Welche Preisbindung ist bei Rahmenverträgen üblich?

Meist eine feste Grundpreisbindung über sechs bis zwölf Monate mit Gleitklausel für Legierungszuschläge.

Können kleine Betriebe an der Metallbörse kaufen?

Nicht direkt. Der Zugang läuft über Broker oder Händler, die Mindestmengen je Kontrakt vorgeben.

Wie sichere ich Preise gegen Schwankungen ab?

Über einen Kontrakt oder eine Absicherung mit dem Händler. Beide Varianten kosten eine Prämie oder Margin.

Was gehört in die Anfrage an den Händler?

Mindestabnahme, Lieferzeit, Preisbindung, Toleranzen und die Reaktionszeit für Nachbestellungen.

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